Türkei – Orient oder Europa?

Heute wurde ich durch die Begegnung mit einem freundlichen Menschen türkischer Herkunft an die Reise mit meinen Freunden durch die Türkei erinnert. Ich begann in den Fotos zu kramen, hatte aber nicht die Zeit, alle zu sichten. Was sich mir neben der fantastischen Landschaft besonders eingeprägt hat, sind die herzlichen, interessierten und sehr gastfreundlichen und offenen Menschen.

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Die Ruhe in sich

Die Türkei ist im Wesentlichen muslemisch, aber ich habe keinerlei Vorurteile oder Reserviertheit gegenüber uns Fremden und Christen erlebt.

Die ärmsten und ungebildetsten Menschen, die ich in Anatolien getroffen habe, waren auch die mit den am weitesten offenen und ehrlichen Herzen. Aber auch sonst schlug uns immer Interessse, Fröhlichkeit und Gastfreundschaft entgegen, sofern wir uns von den touristischen Zentren entfernten. Davon können sich die Zentral-Europäer ruhig eine Scheibe abschneiden.

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Wächter auf dem Berg Nemrud, wo der König Antiochos in 2000 m Höhe begraben liegt.

Aus meiner Sicht kann es Europa nur gut tun, die Türkei mit offenen Armen zu empfangen. Natürlich werden sie eine reiche und alte Kultur und ihre Überzeugungen mitbringen. Aber ist unsere eigene Kultur wirklich schon zu müde, um diese Mischung aus Herausforderung und Geschenk zu verkraften?

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Der Captain am Arbeitsplatz

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Für das Foto war die Rasselbande plötzlich ganz cool und diszipliniert. Sie haben das Foto von mir per Post bekommen…

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Aisha wollte nicht fotografiert werden… sie hatte zu tun!

Ich werde demnächst noch einige der fantastischen Landschaftsbilder posten, aber diesmal ging es mir um die dortigen Menschen, die mir ganz einfach sympatisch waren.

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6 Gedanken zu „Türkei – Orient oder Europa?

  1. Das Landesinnere der Türkei mit seinen schroffen Felsenlandschaften und den wilden Flüssen hat miir ebenfalls sehr gut gefallen. Auch die Freundlichkeit der teilweise sehr armen Bevölkerung kann ich nur bestätigen. Die touristischen Hochburgen an der Küste sind im Gegensatz dazu gruselig, denn hier geht es ums Geld und genau da liegt das Problem, Geld zählt mehr, als Glaube. Unser Viertel ist zu 98% von muslimischen Auswanderen bewohnt. Anfangs fand ich das alles auch sehr spannend und war um Kontakte bemüht. Mittlerweile bin ich sehr genervt von Ignoranz, Arroganz, Vermüllung der Straßen und Parks und Ablehnung jeglicher Bildung. Es ist eine Plastikwelt, angefüllt mit technischem Schnickschnack, am liebsten umsonst. MacDonalds und X-Box, statt Nachhilfe für die Kinder oder Sportverein. Das Leben innerhalb der eigenen vier Wände muss dem Patriarchen gefallen, alles außerhalb interessiert nicht. Bis auf wenige Bekanntschaften halten wir uns da raus und gehen unseren eigenen Weg, soweit dieser nicht mit fülligen Kopftuchgrüppchen blockiert ist. Oder schlimmer noch, mit wichtigtuerischen Nichtsnutzen, die uns auch noch hinterherpfeifen. Hätten wir ein Haus auf dem Land, sähe die Welt sicherlich anders aus und meine Kleine könnte Fußball spielen, ohne dass die anderen ihr sagen, als Mädchen dürfe man das nicht!

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    • Ja – die Diskrepanz zwischen der Offenheit und Freundlichkeit der Türken im eigenen Land und dem Verhalten mancher hier in Deutschland ist auffällig. Vielleicht ist es wirklich unsere Überflussgesellschaft, an der sie nur bedingt teilnehmen, die sie verändert. Auf der anderen Seite kenne ich doch einige ausländische Zuwanderer, Türken und andere Nationalitäten, die zwar ihre Kultur bewahren, aber sich dennoch integrieren und so ausgesprochen positive Impulse mitbringen. Ich denke, der Schlüssel liegt in beidseitiger Toleranz. Und der Tod für ein gemeinsames positives Zusammenleben ist aus meiner Sicht religiöse Engstirnigkeit gepaart mit fanatischem Sendungsbewusstsein. Und die gibt’s leider in allen Religionen.

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    • Die Freundin meines Bruders war kürzlich allein in Istanbul. Zwischen Weltoffenheit und Gastfreundlichkeit und überheblichem Machismo und offenen Abschleppversuchen des „blonden Freiwilds“ hat sie alles erlebt. Auch unter den Türken gibt es halt die übliche „Gauß’sche Normalverteilung“ über die Charaktere.

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      • Ja, und die negativen Eindrücke bleiben hier natürlich, bedingt durch massiven Auftritt, im Gedächtnis haften. Die „Einheimischen“ benehmen sich größtenteils genauso und schieben alles auf die „Ausländer“(die ja keine mehr sind!), obwohl sie ihnen die falschen Werte vermittelt haben. Deshalb bin Ich nicht fremdenfeindlich, sondern verspüre eine ganz allgemeine Abneigung gegen die Weigerung den eigenen Horizont zu erweitern.

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      • Yepp…da bin ich vollkommen bei Dir.
        Und Du hast Recht – dadurch, daß wir hier relativ ländlich wohnen, gehen wir allerhand Problemen aus dem Weg. Nicht gezielt zwar, aber manche Probleme stellen sich hier einfach nicht. Deine Kleine soll sich bloß nicht unterbuttern lassen! „Mädchen können so was nicht“… wo gibt’s denn sowas?! Aber mit Dir als Rückenstärkung mache ich mir da nicht wirklich Gedanken… 😉

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