Sächsische Erlebnisse

Ich stehe heute an den Lichtenberger Wasserfällen, als es plötzlich unfern meiner Ohren anfängt loszubölken: „Ei nü, Müddi…s’gäht mir güt!“
Alle Saxonier/innen mögen mir verzeihen! Auch wenn ich gerade Eure Gefilde unsicher mache und mit so etwas rechnen musste – es lief mir eiskalt den Rücken herunter! Sächsische Mundart gehört nicht wirklich zu meinen Vorlieben. Ebenso wenig, wie dieses grausame Gesöff, mit dem ich schon zu DDR-Zeiten einmal Bekannschaft machen musste:

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Das alte Emaille-Werbeschild allerdings fand ich klasse!

Kaum hatte ich mich vom phonetischen Schock erholt, klang es von der anderen Seite: „Nun beweg‘ Dich schon, Du alte Kuh! Du wirst auch immer fetter!“ Gott sei Dank kein unhöflicher Ehemann, sondern der Boxertreiber, der sein gewichtiges Motorrad schieben wollte. Zur Erklärung: In den 60er Jahren wurden die BMW-Boxer liebevoll „Gummikuh“ genannt, weil ihr Fahrwerk so weich war. Die Bezeichnung ist bis heute zum Teil hängengeblieben. Noch so eine Bezeichnung aus der Zeit ist ja die „Rennpappe“. Die haben wir nämlich in extravaganter Lackierung auch gesehen. Man beachte die Heckflossen dieses „Kombis“!

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6 Gedanken zu „Sächsische Erlebnisse

    • :mrgreen:
      Vielleicht ahne ich es doch ganz gut… Mein Vater ist (im Alter von 20 Jahren) 2 Tage vor dem endgültigen Schliessen der Mauer aus Ostberlin nach Hamburg abgehauen. Unter Zurücklassung seines Bruders und seiner Mutter, die einfach nicht glauben konnten, daß sie eingesperrt werden würden. Ich war daher als Kind öfter in der DDR beim meiner Großmutter und kenne die Verhältnisse ein bischen.

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      • Mhm, keine Ahnung… Ich dachte bisher, daß wäre nicht so ungewöhnlich oder selten. Aber vielleicht gibt’s doch nicht so viele Fälle… Das war in mancher Hinsicht für unsere Familie auch belastend. Mein Vater musste sowohl den BND, als auch unauffällige Herren mit sächsischem Akzent an der Haustür rüde abwimmeln. Beide Seiten wollten, daß er spioniert. Als ich dann meinen Wehrdienst abgeleistet habe, wurde mir im persönlichen Gespräch gesagt, ich sei als „politisches Risiko“ eingestuft. Verrückte Welt.

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