Spiegelwelt

Spiegel anzufertigen war in alten Zeiten ein schwieriges Geschäft. Im Mittelalter bis weit in die Neuzeit hinein bestanden spiegelnde Oberflächen meist aus einer Quecksilberschicht auf einer polierten Zinn-Oberfläche. Die Herstellung und in Grenzen auch die Benutzung waren daher höchst ungesund. Parabolspiegel anzufertigen, also solche konkaven Hohlspiegel, die alle aufgefangenen Lichtstrahlen in einem Brennpunkt vereinen, war auch später in der Renaissance noch eine hohe und nur von sehr wenigen handwerklichen Genies gemeisterte Kunst. Der folgende Spiegel ist ein mit polierten Metallstreifen belegter Brennspiegel:
MetallspiegelMit einem solchen Spiegel konnten im Brennpunkt erstmals sehr einfach Temperaturen erzeugt werden, die Metalle ohne viel Aufwand schmolzen.

Ein anderer Weg, die schwierige Fertigung von Brennspiegeln zu erleichtern und gleichzeitig hohe Präzision zu erreichen, war die Bauform des Facettenspiegels:

FacettenspiegelMan kann sich leicht vorstellen, welche Sorgfalt und Handswerkskunst notwendig war, um die notwendige exakte Fixierung der Einzelspiegel zu erreichen.
Moderne Spiegel werden übrigens durch Aufdampfen auf hochglatte Trägerflächen oder durch Besputtern (Aufbringen vieler Einzelatome auf Oberflächen durch Beschuss des Beschichtungsmaterials mit energiereichen Elektronen im Vakuum) einer solchen Oberfläche hergestellt.

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10 Gedanken zu „Spiegelwelt

  1. Das ist sehr interessant, heute denkt man gar nicht mehr darüber nach, wo überall alles sogar fassadenweise verspiegelt werden kann, aber das erklärt auch, wieso in vielen Sagen Märchen, nicht nur Schneewittchen, Spiegel eine Rolle spielen.

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