bacchische Torwächter

An einem der Tore zum Dresdner Zwinger tummeln sich eine Reihe Satyre und Nymphen. Wobei die Nymphen eher kleine speckige Engel sind, die verschreckt zu den Satyren hoch schauen, was der Mythologie eigentlich so gar nicht entspricht. Ihre Verschrecktheit kann der Betrachter allerdings gut verstehen, denn der Bildhauer hat es vermocht, den lüsternen Ziegenmenschen wilde und zügellose Gesichtsausdrücke zu verleihen.

P1000461Ob das für die Moral bei Hofe stand? Vermutlich eher Wunschdenken…

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Spiegelwelt

Spiegel anzufertigen war in alten Zeiten ein schwieriges Geschäft. Im Mittelalter bis weit in die Neuzeit hinein bestanden spiegelnde Oberflächen meist aus einer Quecksilberschicht auf einer polierten Zinn-Oberfläche. Die Herstellung und in Grenzen auch die Benutzung waren daher höchst ungesund. Parabolspiegel anzufertigen, also solche konkaven Hohlspiegel, die alle aufgefangenen Lichtstrahlen in einem Brennpunkt vereinen, war auch später in der Renaissance noch eine hohe und nur von sehr wenigen handwerklichen Genies gemeisterte Kunst. Der folgende Spiegel ist ein mit polierten Metallstreifen belegter Brennspiegel:
MetallspiegelMit einem solchen Spiegel konnten im Brennpunkt erstmals sehr einfach Temperaturen erzeugt werden, die Metalle ohne viel Aufwand schmolzen.

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starke Freundschaft (Magic Monday „stark“)

Diesmal hat mir Paleicas Magic Monday Thema „stark“ Schwierigkeiten gemacht. Das Adjektiv kann man mit etwas gutem Willen auf Vieles zuschneiden – in der Umgangssprache ist ja heute alles stark; aber passend zum Thema wollte ich eine starke Verbindung. Was fällt mir denn ein zum Thema Stärke? Körperliche Stärke. Starke Bindungen, Freundschaft. Charakterliche Stärke. Motoren…aber wir sind hier ja nicht auf der Essener Autoshow. Als ich dann so durch mein Archiv pirschte, fiel mir ein Foto in die Hände, was mir zu diesem Thema sofort gut gefiel:

Maya auf meinem ArmDie Geschichte hinter dem Bild:

Vor 3 Jahren haben wir eine lange Wanderung im Roussillon entlang und durch ein Flusstal mit Wassergumpen gemacht. Den ganzen Tag auf rauhen Wegen gehen, von Fels zu Fels springen, durch Wasser mit kiesigem Grund waten – das hat Maya so wunde Pfoten gemacht, daß sie gegen Nachmittag vor Schmerzen nicht mehr gehen konnte. Sie humpelte so stark, daß es nicht zum Anschauen war! Und was tut ein guter Rudelführer und Freund dann, na? Er trägt die Kumpeline auf den letzten beiden Kilometern. Ich kann Euch sagen… 16 Kilo Hund vor der Brust können ganz schön schwer werden! Da musste ich stark sein! So etwas geht nur bei starken Bindungen! Aber ich weiß ja – auch Maya würde im Rahmen ihrer Möglichkeiten jederzeit ihr Letztes für mich geben. Und sagt mal selbst: Ist dieses fette Grinsen nicht sowieso Belohnung genug?

Hensel und Grätel…

…verliefen sich keineswegs im Wald! Sondern in der Stadt. In Dräsden, um genau zu sein. Noch genauer: Am Fußgängerüberweg… Mir war natürlich bekannt, daß die ostdeutschen Ampelmännchen anders sind, als die westdeutschen und auch, daß sie den Mauerfall überlebt haben. Aber mir war nicht so richtig bewusst, wie erfreulich das ist, denn sie haben Charakter! Zumal es im wilden Osten ja sogar ein Ampelfräulein gibt! Es lebe die Gleichberechtigung!

Ampelmädchen

Jedoch – Gleichberechtigung hin oder her – Grätel vermisst schon sehr Ihren Hensel. Der ist nämlich beim Verirren auf der anderen Strassenseite gelandet und vom Boxertreiber aufgelesen worden, während er im Stop and Go feststeckte. Schau doch einfach mal rüber, Grätel! Hensel steht schon mit ausgebreiteten Armen da und wartet auf Dich: dorthin beamen

Grenzgebiete

Wenn man sich in eher unbewohnte Gebiete begibt, hat dies oftmals unerhoffte Erkenntnisse zur Folge. Eine Wanderung am Kranzberg, im deutsch-österreichischen Grenzgebiet nahe Mittenwald ließ mich über ein weiteres Grenzgebiet stolpern, nämlich das zwischen Realität und Esoterik:Nur wo es Einhörner gibt, kann man sie auch verbieten, oder?
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Schief ist schön

Auf dem Altmarkt in Dresden steht ein 20 Meter hohes Monstrum, von dem ich nicht sofort erkannt habe, was es überhaupt ist.

Lichtmast_kleinZugegeben – aus dieser Perspektive ist das noch schwieriger…

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Spielzeug-Landschaft

Vom Burgberg der Burganlage Königstein hat man einen fantastischen Blick auf die Elbe und das umgebende Elbsandsteingebirge. Mit einem selektiven Fokus und einer aufgepeppten Dynamik erscheint dieses Panorama-Foto so, als wäre die Umgebung einer Modellanlage entnommen worden:

Panorama von der Burg herab Elbe_Toylandversion_klein

Alienware

Im Mathematisch-Physikalischen Salon in Dresden wird außerirdische Technik ausgestellt, die früher benutzt wurde, um Ihresgleichen im All aufzuspüren. Anders kann ich mir die Optik dieser Optik nicht erklären:

AlienzoomDieses Fernrohr ist so lang wie ein großer Mensch und wirkt trotz der Masse und des wertigen Eindrucks irgendwie leicht.
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Spätsommermorgen am Alpenrand

Gestern Morgen ging es licht- und wolkentechnisch recht dramatisch zu und ich bin wieselflink aus dem Auto gesprungen, um Euch das Schauspiel nicht vor zu enthalten. Ich bedaure in solchen Momenten sehr, daß ich die Spiegelreflex nicht dabei habe, aber immerhin schlägt sich das Smartphone wacker:

Morgenlicht_kleinLeider lässt sich nicht verhehlen, daß der Herbst sich langsam anschleicht.
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Wespe auf Koks

Ich gebe zu, es ist etwas gemein und auch naiv, Blaubeer-Streuselkuchen mit Puderzucker zu essen und dann zu erwarten, daß sich die Wespen lässig zurückhalten…
Aber diese spezielle hier aalte sich förmlich im Puderzucker, bevor sie sich am Kuchen selbst gütlich tat:

image

Mit dem Erfolg, daß sie aussah, wie eine Kokserin auf einem Monstertrip.
So geht’s ja nun auch nicht! Wir haben die Hornissenpolizei alarmiert und die haben sie bei der Wespentaille gepackt und in eine Ausnüchterungswabe gesteckt.
Finger weg von meinen Drogen und sei es nur Blaubeerkuchen!