Licht aus, Spot an…

Ich beschäftige mich aktuell ein bisschen mit Portraitfotografie. Da bleibt es nicht aus – wenn es um Innenaufnahmen geht – daß man sich mit Lichtsetups beschäftigen muss. Ich habe  aber weder ein Studio noch professionelle Lichtmittel. Immerhin habe ich aber die Möglichkeit, mir entsprechendes Zubehör übers Wochenende einmal zu leihen. Weil ich jedoch nicht erst dann herumprobieren möchte, wenn das Equipment hier ist, habe ich mit 2 Bauscheinwerfern und der alten Puppe meiner Tochter („Lisa“) eine Simulation gemacht. Vielleicht interessiert es ja die Eine oder den Anderen ebenfalls. Um die jeweiligen Positionen der Scheinwerfer zu verdeutlichen, nehmt bitte folgendes Schema zur Hilfe:

Ich habe keines der Fotos nachbearbeitet, abgesehen vom Zuschneiden und Herunterrechnen der Größe. Die Puppe schaute jedesmal in Richtung der 180° Achse und dort stand auch die Kamera. Wichtig ist, daß der Raum komplett dunkel war, jeweils abgesehen von den genannten Lichtquellen. Ich wusste also sehr exakt, wo das Licht herkam. Alle Fotos entstanden mit einem 60 mm Portrait-Makro (plus Cropfaktor 1,5 wegen CMOS Chip) bei Offenblende von 2,0.

Dieses Foto entstand mit 2 Streiflichtern auf 315° und 45° (ca. 1 Meter Entfernung vom Modell):

Das folgende Foto war ausschließlich mit einem einzigen Scheinwerfer auf 270° (aus Kamerarichtung links) beleuchtet:

Hier folgt ein Lichtsetup mit einem einzigen Spot auf 225°:

Dieses hier wurde annähernd frontal von unten beleuchtet. Bei alle anderen Setups sind die Spots auf gleicher Höhe wie der Kopf oder leicht erhöht. Das Licht von unten wurde früher in alten Gruselfilmen benutzt, um einen „dämonischen“ Eindruck zu machen:

Hier stand einer der Scheinwerfer auf ca. 200°, also fast frontal, aber wieder auf Kopfhöhe. Die Kamera stand aus logistischen Gründen nicht exakt frontal:

Hier standen beide Scheinwerfer auf 200° und 160°, also annähernd von vorne. Die Kamera stand ebenfalls leicht versetzt:

Hier stand einer der Scheinwerfer in ca. 1 m Entfernung auf 225° (von schräglinks in Kamerarichtung) und der zweite in ca. 2,5 m Entfernung, etwas erhöht auf 200°:

Diese Konfiguration entspricht der oberen, jedoch mit einem zusätzlichen, hoch angebrachten, schwachen und diffusen Backlight, damit die Haare rechts und oben mehr Zeichnung bekommen:

Für das letzte Foto der Serie habe ich die Konfiguration im Prinzip gleich gelassen, jedoch den Spot auf 200° leicht angehoben und abgeschwächt:

Was vielleicht deutlich wird, ist, daß bereits leichte Änderungen deutliche Unterschiede in der Schattenwirkung und damit auch der Zeichnung von Haut, Kleidung und Haaren zur Folge haben. Mein persönliches Ergebnis lautet daher: Den Lichtsetup vorher zu planen macht absolut Sinn, wenn man weiß, wie die Fotos gestaltet werden sollen. Eine sorgfältige Einrichtung vor Ort, inklusive Tests mit dem Modell ersetzt es aber nicht. Bei meiner kleinen Testreihe habe ich auch keine zusätzlichen Hilfsmittel, wie weiße Stellwände oder Reflektorschirme benutzt. Damit sind natürlich zusätzlich Effekte mit weichem, diffusen Licht machbar. Auch einen zusätzlichen Aufhellblitz habe ich ich hier nicht genutzt.

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17 Gedanken zu „Licht aus, Spot an…

    • Das erste hat wirklich viel Schönes! Ein Nachteil liegt aber darin, daß die Augen unbeleuchtet sind und somit dem Foto des Modells viel „Seele“ abgeht…dafür ist es geheimnisvoll…
      Einen entsprechenden Aufhellblitz würde ich im Studio vielleicht noch setzen.

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    • Und hier geht es ja „nur“ im Lichtsetups für Portraits in Innenräumen! Für alle anderen Felder der Fotografie sieht es dann ja wieder komplett anders aus. Für mich macht diese enorme Vielfalt einen großen Teil des Reizes der Fotografie aus. 😀

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    • Sehr gerne! War ja eigentlich für den eigenen Durchblick gedacht… Ich durchschaue und behalte solche Zusammenhänge immer besser, wenn ich sie selbst ausprobiere. Und dann dachte ich, daß es andere vielleicht auch interessiert… 🙂

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    • Wenn Du auf den Einrad-Kurs anspielst…da folgen noch mehrere Termine im Laufe der nächsten 3 Monate… 😉 Das Survival- Training hält an.
      Zwischendurch natürlich nur ausnahmsweise Indoor-Aktivitäten. Gestern Nacht war ich auch mit Foto unterwegs! Geil war’s! 🙂
      Der erste Post dazu kommt vielleicht schon Morgen 😉
      Liebe Grüße von Stefan

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