Pixelballett

Da stehe ich also und mir ist klar geworden, daß ich eine neue Digitalkamera benötige…   Meine Sony Alpha 580 leistet mir eigentlich hervorragende Dienste. Die Spiegelreflex ist schnell, flexibel und ich liebe ihr Klappdisplay, das es bei Canon und Nikon ewige Zeiten im semiprofessionellen Segment nicht gab. Immer häufiger störte mich zwar, daß die DSLR nicht abgedichtet ist, aber der Knackpunkt liegt einfach in der Größe und dem Gewicht. Wie sagt mein Freund Horst immer: „Die beste Kamera ist die, die ich dabei habe!“ Aber das ist natürlich nur ein Teil der Wahrheit, doch dazu kommen wir gleich.

Rollei_kleinÜbrigens weise ich ausdrücklich darauf hin, daß dieser Beitrag natürlich allein auf meiner subjektiven Meinung beruht und darauf basiert, was ich möchte und denke. Ich würde mich freuen, wenn die Tips und meine Überlegungen Euch helfen, aber ich freue mich ebenso über rege Diskussionen.

Ich weiß also,

es muss etwas Neues in den „Fuhrpark“… Und stehe wie ein Kind mit großen Kulleraugen vor einer gigantischen Auswahl an Spielzeug. Habe ich nicht neulich erst mit Martin darüber gesprochen, wie geil die neuen spiegellosen Sonys der 7er-Reihe sind? Kompakt und dennoch Vollformat! Das wäre doch was! Und da würden schließlich meine Objektive draufpassen! Schon gebe ich die vorfreudige Grinsekatze! Aber andererseits kostet selbst die preiswerteste 7er mit einem Kitobjektiv 1500 Øre! Mein alter Kitzoom passt nur für APS-C Chips und qualitativ gesehen sind die Kitzooms von Sony nicht der Brüller (auch die neuen meistens nicht). Ein lichtstärkeres Basisobjektiv, das die Qualität der 7er ergänzt, risse dann mit dem Body zusammen mindestens ein Loch von 2000,- Euro in mein Konto. Autsch! Aber die 7er ist andererseits staub- und spritzwasserdicht – ich müsste nicht immer Angst haben, unter schlechten Bedingungen dennoch zu fotografieren…

Aber könnte ich das nicht ähnlich auch mit einer sogenannten „Edelkompakten“ haben? Horst’s Sony RX100 macht rattenscharfe Fotos und das fest verbaute Objektiv ist sehr lichtstark und zieht sich beim Abschalten weitgehend in den Body zurück. Eine hochwertig verarbeitete Kamera, die auch das RAW-Format beherrscht – und das ist für mich eine Grundbedingung. Und das Teil passt in die Hosentasche. Wenn es nicht allzu stark regnet, reicht eine Hand oder eine Kapuze, um die kleine Kamera zu schützen. Aber dennoch – Qualität hin  oder her – die Kamera hat nur einen 1-Zoll-Sensor und die Physik lässt sich nur in Grenzen überlisten. Die RX100 ist zwar schon ein König unter den Kompakten, besitzt aber immer noch eine recht kleine Sensor-Diagonale und zaubern kann Sony sicherlich auch nicht. Wenn sich 20 Mio Pixel auf eine so geringe Fläche quetschen müssen, dann sind die Bildpunkte wirklich sehr winzig – mit dem Effekt, daß die Lichtempfindlichkeit nicht mehr die beste ist. Selbst bei diesem genialen „Wunderchip“, der vergleichbare Lösungen weit in den Schatten stellt – oberhalb von ISO 800 muss man mit deutlich zunehmendem Rauschen und abnehmender Detailtreue rechnen. Dazu kommt, daß das Bedienungskonzept einer solchen Kamera einem Grenzen setzt, die man von DSLRs nicht gewohnt ist. Es fehlt z.B. der Sucher und jeder, der schon mal verzweifelt in praller Sonne versucht hat, auf dem Monitor irgendetwas zu erkennen, weiß wie essentiell das werden kann. Und Horst‘ s Sony hat sich z.B. im Makromodus schlicht geweigert, die Fokusmethode umzustellen. Und was ist, wenn ich mit dem Vierfachzoom von ca. 28 – 100 mm Brennweite  (das aktuelle Nachfolgemodell Rev. III hat nur noch Dreifachzoom) auf Dauer nicht zufrieden bin? Die gute Lichtstärke der RX100 liegt z.b. nur bei weitwinkliger Brennweite an. In Richtung Tele-Brennweiten sinkt die minimale Blende rapide ab und dann ist auch Unschärfe-Freistellung nicht mehr möglich. Wechselobjektive haben schon große Vorteile… Natürlich kann man sich auch mit einem festen Objektiv arrangieren (nie wieder Dreck auf dem Sensor!) – die Frage ist eher, was für ein Gesamtpaket einem wirklich wichtig ist.

Also habe ich mich hingesetzt und mir erst einmal die Summe der Eigenschaften überlegt, die mir wirklich wichtig sind. Diese sind in der folgenden Liste fett markiert:

– hohe Auflösung (= viel Megapixel)
Kompaktheit der Kamera inkl. Objektiv
Lichtstärke
– Freistellungsfähigkeit (scharfes Hauptmotiv vor verschwimmendem Hintergrund)
Spritzwasser- und Staubdichtigkeit
Wechselobjektive
professionelle Bedienung (Art der Bedienelemente)
elektronischer Sucher
Klappdisplay
Geschwindigkeit (Einschaltdauer, Serienbildgeschwindigkeit, Fokus-Tempo, Auslösedauer, etc.)
– Kreativ-Modi
– möglichst geringe Verschlusszeit
– integrierter Blitz
Touchscreen
– Wifi mit Kamera-Fernbedienung
– Nutzbarkeit von „Altglas“
– Qualität und Flexibilität des Film-Modus
– Existenz sinnvollen Zubehörs
schneller Nachführfokus
– Displaylupe und/oder Fokus-Peaking
RAW-Format tauglich

Es versteht sich von selbst, daß es die eierlegende Wollmilchsau unter den Kameras nicht gibt und daß man daher Kompromisse eingehen muss. Ein weiteres – und nicht zu unterschätzendes Problem – besteht darin, überhaupt erstmal herauszufinden, welche Kamera bestimmte Kriterien gut beherrscht, oder eben nicht. Dafür gibt es Fachzeitschriften, Internet-Foren, Testplattformen und Fachgeschäfte? Ihr schaut einfach in „die Bestenliste“ und wisst Bescheid? Da lachen ja die Hühner! 🙂 Fakt ist, daß eine Krähe der anderen kein Auge aushackt… Fachzeitschriften leben von dem was sie tun. Sie sind darauf angewiesen, daß sie Leihstellungen zum Testen erhalten und gute Drähte zu den Herstellern bewahren. Nun will ich den Redakteuren gar nichts Böses. Aber Fakt ist, daß sie sich in Abhängigkeiten befinden. Und deswegen sagen sie nie die ganze Wahrheit. Kritik wird weichgespült, echte Pobleme zu Gunsten der positiven Eigenschaften klein geredet.
Ein Beispiel von Vielen: Die wenigen Kamerahersteller, die eine Bildstabilisierung in den Body einbauen, wie Sony bei seinen DSLRs und Olympus, standen immer im Verdacht, gegenüber dem Verwacklungsschutz in Objektiven die technisch schlechtere Lösung zu bauen. Zwar funktioniert der Schutz dann für alle Objektive, auch solche ohne eigenen Verwackelungsschutz, aber die Methode sei wohl die weniger effektive. Technisch ist das logisch und nachvollziehbar, aber in der Praxis sehr schwer zu beweisen, weswegen die Zeitschriften den Verwacklungsschutz mit relativ einfachen, standardisierten Tests überprüfen. Und aller Welt schien klar: Canon und Nikon – die beiden Big Player machen das richtig, indem sie Objektive stabilisieren. Als nun vor Kurzem Olympus seinen neuen In-Body-Verwacklungsschutz in 5 Achsen vorstellte (statt wie bislang in 2 oder 3 Achsen), jubelte die Fachpresse, jetzt sei Olympus in dieser Hinsicht konkurrenzfähig. Die Standardtests belegten das und… Häckchen dran. Wie verwundert war alle Leserschaft, als der interessierte Laie Tyson Robichau (http://tysonrobichaudphotography.wordpress.com/2013/10/17/the-gx7-vs-the-om-d-e-m5-battle-for-my-affection-round-1-ibis-evfs-lcds/) den Verwackelungsschutz einer Panasonic Dmc Gx7 (2-Achsen) gegen den einer Olympus OMD-Em5 (5-Achsen) testete und fand, daß – je nach Bedingungen – das zweiachsige System dem 5-achsigen sogar überlegen war. Er selbst war wohl ebenfalls sehr erstaunt, zeigte aber, daß die Überlegenheit des jeweiligen Systems mit der Art und Bauform des angeschlossenen Objektives, mit der eingestellte Blende und der Foto-Situation zusammenhing. Mal kam das eine System besser mit der Situation klar, mal das andere. Und erstaunlich häufig gewann die GX7 die Competition. Nicht, daß das irgendeine Fachzeitschrift interessant gefunden hätte und womöglich aufgegriffen hätte. Das hätte wohl nicht in die Marketing-Landschaft gepasst.

Ganz ähnlich scheint die neue Technik des „Hybrid-Fokus“ zu bewerten zu sein. Das Marketing-Geblubber suggeriert, daß diese Mischung aus Phasen- und Kontrast-Autofokus das Wundermittel für rasante Fokusgeschwindigkeit. Ist ja auch irgendwie einleuchtend, jeweils automatisch und „stufenlos“ diejenige Technik einzusetzen, die in bestimmten Belichtungssituationen Vorteile gegenüber der anderen hat. Die Wahrheit ist aber, das dies ein hochkomplexes Feld ist, daß die Hersteller noch nicht völlig im Griff haben. Es spielen so viele Faktoren mit in diese Berechnungen (z.b. natürlich auch das montierte Objektiv – viele Objektive sind gar nicht geeignet für Phasenmessungen), daß eigentlich mehrdimensionale Kennfelder benötigt würden, um allen Faktoren gerecht zu werden. Diese Kennfelder müssten von sehr schnellen (und teuren) Chips ausgelesen, mit der Ist-Situation abgeglichen und verarbeit werden und so weit ist diese Technik noch nicht gediehen. Sie funktioniert gut mit bestimmten (Kit-) Objektiven, bei bester Beleuchtung und unbewegten Motiven. Aber sobald da ein wuseliger Hund durch wechselnde Schatten unter Bäumen auf Euch zuläuft, gerät der Hybrid-Fokus sofort an seine Grenzen und produziert höheren Ausschuß. Die schnellsten Fokussysteme sind aktuell immer noch die von sauteuren, auf Sportfotografie spezialisierten Spiegelreflexen mit Phasenfokus oder – man höre und staune – die von Panasonics und Olympus‘ Systemkameras (spiegellos), die den einfachen, aber genialen Trick nutzen, die Verarbeitungsfreuenz zu verdoppeln. Sie durchlaufen dadurch in der gleichen Zeit doppelt so viele Iterationsstufen des Kontrastabgleiches, wie herkömmliche Systeme. (Wenn der Kontrast maximal ist, dann ist auch die Schärfe optimal) In der Folge stellen diese Systeme fast verzögerungsfrei und mit hoher Trefferquote scharf. In den Tests der Fachzeitschriften könnt Ihr das nicht lesen, sondern nur in den privaten Foren, wo sich Kenner aller dieser Fokussysteme Systeme auf Basis Ihrer Praxiserfahrungen äußern …

******************************************************************************************** Pixelmania:
Pixel, also Bildpunkte, sind ja bereits hinlänglich bekannt von den Auflösungsangaben bei Sensoren. Ebenso wird die Auflösung von Displays oder Suchern angegeben. Denkt man… Ein 3-Zoll-Display mit 1 Mio Pixel ist besser, als ein 3-Zoll-Display mit 0,8 Megapixeln. Neuerdings haben die Hersteller jedoch den Begriff der Subpixel eingeführt. Das liegt darin begründet, daß manche Display-Bauarten (Pen-tile Amoled) nicht aus 3 Farb-Subpixeln (rot, blau, grün) aufgebaut sind, sondern sich deren Pixel die Sub-Farbpixel teilweise teilen, also gemeinsam nutzen. Diese Amoleds besitzen „nur“ 4 Subpixel für 2 benachbarte Pixel, statt der üblichen 3 Subpixel für einen Pixel. Das bedeutet keine Qualitätsaussage per se, aber man muss nun schon genau hinschauen, was da überhaupt angegeben wurde. Zu allem Ärger werden manchmal beide Begriffe fälschlicher Weise äquivalent angegeben – ob nun aus Schusseligkeit oder Unwissenheit heraus. ********************************************************************************************

Nach diesen thematischen „Ausflügen“ aber nun zurück zu unserem eigentlichen Anliegen: Welche Kamera möchte ich letztendlich kaufen? Uns ist klargeworden, wir müssen uns sorgfältiger und mit mehr Eigeninitiative informieren, als wir das eigentlich vermutet hatten. Die reinen Bestenlisten-Käufer werden sicherlich auch nicht wirklich schlecht damit fahren, denn tendentiell sind die Angaben zu den Fähigkeiten und Qualitäten ja korrekt. Aber es liegt klar auf der Hand, daß die eigenen, spezifischen Erwartungen dann in der Praxis teilweise enttäuscht werden. Eine Methode, die sich bewährt hat, ist die, mehrere, möglichst verschiedene Quellen zu nutzen und zwischen den Zeilen die Wahrheiten selbst herauszukristallisieren. Ich habe für einen ersten technischen Überblick und eine erste Meinung die deutschsprachige Plattform dkamera ( http://www.dkamera.de/testbericht) benutzt. Es scheint mir so, daß hier den Autoren mehr Wahrheiten entschlüpfen, als anderswo. Ausserdem ist die Anzahl der getesteten Kameras meist hochaktuell und insgesamt sehr vollständig. Auch die Datenblätter sind meist gut recherchiert und vollständig. Es ist tatsächlich häufig einfacher, die Technischen Daten auf dkamera nachzuschauen, als auf den Herstellerseiten selbst, denn die sind zwischen all dem Marketing-Blendwerk häufig unvollständig und unübersichtlich. Im Übrigen, sind bei dkamera jeweils Testfotos mit genormten Randbedingungen zu sehen, die auch von zwei Kameras im direkten Vergleich angeschaut werden können. Schon ulkig, wenn teilweise der Text des Testers beschwört, daß die besprochene Kamera auch bei hohen ISO-Zahlen noch weitgehend rauschfreie Fotos produziert, während man im Vergleich der Fotos doch mit eigenen Augen sehen kann, daß genau das nicht der Fall ist. Zusätzlich zu diesen technischen Testplattformen hat es sich gut bewährt, Tests und Reviews auf privaten Blogs anzuschauen. Es geht einfach nichts über die Kenntnis der Menschen, die ihre Erfahrungen, basierend auf langem Gebrauch in der Praxis, anderen vermitteln möchten. Die Gefahr bei diesen Einschätzungen liegt darin, daß dort keine Experten (manchmal aber schon) schreiben und die Leute fehlerhafte Eindrücke vermitteln. Natürlich nicht absichtlich, aber man sollte schon beim Lesen eine gewisse Vorsicht walten lassen. Die eigenen „Babies“ sind natürlich auch immer hübscher, als die anderen. Ähnlich ist dies bei Diskussionen in Fachforen im Internet zu sehen. Grundsätzlich sind diese sehr informativ und hilfreich und es finden sich dort viele Links zu den erwähnten, privaten Tests in blogs. Andererseits ist es aber immer wieder erstaunlich, mit welcher fast schon verbohrten Intoleranz manche Menschen „ihre“ Hausmarke verteidigen, bzw. Vorteile bei anderen Kameras ignorieren oder kleinreden. Da werden teilweise wahre Glaubenskriege zwischen den Anhängern von Systemen und/oder Marken ausgefochten. Auf Grund der Größe des englischsprachigen Marktes sind natürlich viele gute und informative Seiten auf Englisch verfasst – wer auch technisches Englisch beherrscht, hat hier fraglos Vorteile.
Nachdem man sich grundlegend informiert hat und bereits einige Kameras in die engere Wahl gezogen hat, ist es natürlich unabdingbar, in ein gutes Fotofachgeschäft zu gehen und sich die Kameras dort life anzusehen. Es geht einfach nichts darüber, die Haptik der Bodies zu testen, die Bedienungskonzepte zu checken und Display und Sucher genau anzuschauen. Schon so Manche/r hat seine vorgefasste Meinung dadurch blitzschnell revidiert. So eine Kamera muss einem auch sympahisch sein, sonst nützen alle technischen Features nichts. Und…wenn man viel Glück hat, erwischt man einen Verkaufsberater, der wirklich Ahnung hat und keine Plattheiten herunterrasselt.
Da mir persönlich bei meiner Auswahl die Größe der Kamera und deren Formfaktor sehr wichtig waren, hat mir auch folgende Internetseite sehr geholfen, auf der man die Größe von Kameras (mit verschiedenen, wählbaren Objektiven) gegeneinander abschätzen kann: http://camerasize.com/compact/#521.409,472.374,199.51,ha,t Bitte überseht nicht die Umschaltmöglichkeit auf verschiedene Ansichten!

Sooo… ich verschnaufe mal kurz und überlege mir, wo in meiner persönlichen Suche ich mich befinde. Und das ist eigentlich noch ziemlich am Anfang. Ich suche ja eine Zweitkamera. Und bei allem Anspruch an Qualität, benötige ich keine Kamera, die meine DSLR ersetzen kann. Das heisst für mich auch: Die Kosten sollten zusammen mit einem Basisobjektiv die Grenze von ungefähr 1000 Euro nicht überschreiten. Freistellung durch Unschärfe sollte daher auch nicht meine Priorität sein, obwohl ich damit sehr gerne arbeite, z.B. bei Portraits. Aber das kann schließlich meine dicke Spiegelreflex perfekt. Damit entfallen auch die 7er Sonys mit Vollformat-Chip, von denen ich oben sprach. Die würden technisch und qualitativ bezüglich der Resultate sogar ein Upgrade meiner DSLR darstellen. Das Argument, meine alten, hochwertigen und vollformattauglichen Objektive an einer 7er weiter zu verwenden, greift natürlich auch nicht wirklich. Zwar könnte ich die Alpha-Objektive inklusive aller elektrischen Kontakte mit einem Sony-eigenen Adapter an das E-Bajonett der 7er adaptieren, aber der Vorteil der geringeren Baugrößen der E-Objektive ginge damit verloren. Zudem haben die 7er – wohl aus Platzgründen – keinen In-body Verwackelungsschutz eingebaut. Und mein bestehender Objektivpark hat meistens auch keinen eigenen Verwackelungsschutz – wozu auch – ich habe ihn ja auch im Body meiner Spiegelreflex.

Damit ist also schon mal klar, daß die „Zweite“ kein Vollformater wird. Das beisst sich auch zu sehr mit der angestrebten Kompaktheit und dem gewünschten Preis. Womit sich die Frage stellt: „APS-C oder Micro FourThird (mft)?“ Für viele beginnt hier ein quasi unüberbrückbarer Glaubenskrieg. Ein Vorteil des größeren APS-C liegt in der besseren Fähigkeit zur Unschärfe-Freistellung. Aber…siehe oben…das ist mir ja gar nicht so wichtig. Und schließlich hat die Kehrseite der Medaille auch Vorteile. Wer jemals versucht hat, mit einem lichtstarken Makro-Objektiv an einer APS-C-Spiegelreflex Insekten im Stück scharf zu fotografieren, der weiß, daß das alles andere als einfach ist. Da fängt man dann an zu tricksen, indem man möglichst lange Brennweiten auf Stative setzt oder Fotos mit verschiedenen Schärfeebenen mittels Stacking zusammenbaut. Besitzer einer Kompaktkamera oder einer mft-Kamera haben das Problem nicht, weil die Tiefenschärfe auch lichtstarker Objektive noch groß genug ist, das Insekt in seiner ganzen Länge oder Tiefe scharf abzubilden. Man muss nur wissen, was man will und muss Prioritäten setzen können. Dazu kommt, daß das mft-System bewusst für kompakte, leichte Bauformen konzeptioniert wurde. Das System wird im Wesentlichen von den „Erfindern“ Olympus und Panasonic getragen, aber auch von vielen weiteren Herstellern (auch den Objektiv-Herstellern Tamron und Sigma) unterstützt. In der Folge gibt es viele kompakte, aber qualitativ vergleichsweise hochwertige Objektive für dieses System, während für das Sony E- und das Fuji X-Bajonett die Anzahl der Objektive (beide APS-C) noch vergleichsweise gering ist. Die beste mir bekannte Übersicht der marktgängigen mft-Objektive findet Ihr hier: http://www.hennigarts.com/micro-four-thirds-objektive.html Tendentiell sind die Objektive für das mft-System übrigens die besseren, mit besserer Randschärfe und weniger Verzerrungen und Vignettierung. Das liegt daran, daß die Spezifikation für mft ausdrücklich vorsieht, daß auch der Lichteinfall am äußeren Rand des Bildwandlers (Sensor-Chips) senkrecht auf die Fläche auftreffen muss. Bei APS-C-Bildsensoren in kompakten Kameras ist dies nicht der Fall. Sonys NX-Kameras und die 5000er und 6000er besitzen so kompakte Gehäuse, daß der Sensor fast ein bisschen groß dafür ist (bei den 7ern von Sony mit Vollformat-Sensor ist das noch extremer). Die Objektive müssen so berechnet sein, das die Rand-Strahlen nach außen abgelenkt werden und dadurch schräg auf die Bildsensoren treffen. Die Objektive sind daher schwerer zu berechnen, fehleranfälliger und teurer, wenn man hohe Qualität einhalten möchte. Und das merkt man! Die Qualität der Kit-Objektive ist absolut nicht berauschend! Zwar sieht man das den jpg-Fotos aus der Kamera nicht so sehr stark an, weil die Hersteller die Fehler ihrer Objektive natürlich kennen und diese von den Kameras direkt korrigieren lassen (Trick!!!). Aber wer mit den nativen RAW-Dateien arbeitet, dem läuft es angesichts der eher lausigen Qualität kalt den Rücken herunter. Es führt kein Weg daran vorbei, die RAW-Daten standardmäßig von einer Software, etwa Adobe Lightroom, massiv korrigieren zu lassen.

******************************************************************************************** An dieser Stelle ist es vielleicht an der Zeit, noch ein paar Worte zu den Sensor-Größen zu verlieren. Es ist beispielsweise etwas verwirrend, was man alles zu den Größenrelationen der verschiedenen Sensoren zu einander liest. Der viel zitierte Crop-Faktor ist zum Beispiel das Verhältnis der Flächendiagonale des Sensors im Vergleich zum Kleinbild/Vollformat. Mft (Micro FourThirds = Kantenlängen 4 zu 3) besitzt eine Sensordiagonale, die exakt halb so lang ist, wie die eines Vollformat-Sensors. Der Crop-Faktor ist daher 2. Der Crop-Faktor des APS-C-Sensors von Canon beträgt 1,62. Der Crop-Faktor von Sony/Nikon/Pentax-APS-C beträgt 1,5. Wenn ich also ein Sony Alpha Objektiv mit 50 mm Brennweite, daß für Vollformat berechnet wurde, an eine Sony APS-C Spiegelreflex wie meine setze, dann entsteht eine Bildwirkung, die identisch ist, wie die eines 75 mm Objektives an einer Vollformat-Kamera. Aus einem Normalobjektiv bei Vollformat wird ein leichtes Tele bei APS-C. Für mft ist dieser Effekt noch stärker – nämlich mit dem Faktor 2 – und darauf komme ich gleich noch einmal zurück. Wenn wir jedoch irgendwo lesen, der Vollformat-Sensor sei größer als der mft-Sensor und deswegen lichtstärker, bezieht sich das wohl auf das Verhältnis der Flächen. Der Vollformat-Sensor besitzt die 3,84-fache Fläche des mft-Sensors und die 2,34-fache Fläche des APS-C ( DX)- Sensors. Pauschal zu sagen, Vollformat sei deswegen „lichtstärker“ ist jedoch verfehlt. Lichtstärke bedeutet ja, die Fähigkeit eine Lichtmenge auf einer definierten Fläche einzufangen. Es spielt also die Zahl der Bildpunkte auf dieser Fläche eine Rolle. Ein Vollformat-Sensor mit der 2,34-fachen Auflösung (=Zahl an Pixeln) eines APS-C-Sensors würde pro Pixel genau so viel Licht einfangen, wie der APS-C-Sensor. Er hätte jedoch den Vorteil der höheren Auflösung, also besserer Detailtreue des Fotos. Man erkennt an dieser Stelle sehr gut, wieso es von den Herstellern augenwischerische Werbung ist, nur mit einer hohen Auflösung zu werben. Denn je mehr Bildpunkte auf einem Sensor untergebracht werden, desto schlechter wird die Lichtempfindlichkeit des Sensors und die ist nun einmal ein ganz wesentlicher Aspekt der Bildqualität. Das ist übrigens auch der Grund, warum die aktuellen mft-Sensoren (sinnvoll selbstbeschränkt) nur 16 MegaPixel Auflösung besitzen, während APS-Cs meistens 20 oder 24 Megapixel auflösen. Hier liegt ein Vorteil der APS-C-Sensoren und auch der Grund warum sie meistens für die Freistellung per Unschärfe besser geeignet sind.
Edit vom 10.11.2014: Ein vollkommen bizarres Husarenstück noch am Rande: Ein sogenannter 1-Zoll-Sensor besitzt keineswegs eine Kantenlänge oder Diagonale von einem Zoll Länge. Er heisst allein aus historischen Gründen so. In den Zeiten vor der Erfindung der Halbleiter waren die lichtempfindlichen Bauteile Fotomultiplier-Röhren. Nach der Erfindung der Halbleiter wurden diejenigen Sensoren zöllig genannt, deren lichtempfindliche Fläche einer Röhre mit einem Zoll Durchmesser entsprachen. Die lichtempfindliche Fläche einer Röhre ist jedoch erheblich kleiner als deren äußerer Glaskolben-Durchmesser. Daher hat ein 1 Zoll-Sensor nicht etwa einen Zoll (=2,54 cm) Diagonale, sondern nur ca. 1,6 cm.
******************************************************************************************** Schlagen wir also den Bogen zurück zur Auswahl des Systems, die wir zu treffen haben. Mit guten (und teuren) Objektiven bietet APS-C zweifellos die bessere Bildqualität, als mft-Sensoren. Die Objektive sind – bei ähnlicher Abbildungsqualität – aber auch größer und schwerer. Und da mein Ansatz die gute Transportabilität war, verschmerze ich lieber den potentiell möglichen Qualitätsvorteil. Ohnehin hat die neue Generation von mft-Sensoren und Bildverarbeitungs-Prozessoren in den ganz aktuellen Kameras den Vorteil von APS-C-Sensoren ziemlich zusammenschmelzen lassen. Dazu kommt (siehe oben) der Vorteil des ultra-schnellen Autofokus der mft-Verfechter Olympus und Panasonic. Und ich sehe – für mich persönlich – noch einen weiteren Vorteil des mft-Systems: Die einfache Adaptierbarkeit alter, vorhandener Fremdobjektive. Sowohl von der deutschen Firma Novoflex, als auch von China-Herstellen (z.B. Quenox) gibt es Bajonett-Adapter von allen gängigen Marken auf mft. Ich könnte also problemlos meine hochwertigen Sony-Alpha-Objektive auch an der mft-Kamera weiter verwenden. Optisch ist das natürlich nicht schön und Kompaktheit wäre schon gar nicht mehr gegeben. Aber man kann sich die scheinbare Brennweiten-Verlängerung der APS-C-Objektive an einer mft-Kamera für bestimmte Anwendungen gut zu Nutze machen. Zum Beispiel in der Naturfotografie. Mein vollformattaugliches 70-200er 2.8er Telezoom bildet an der Spiegelreflex bis 300 mm Brennweite ab. Am mft-Bajonett wären das bereits 400 mm und damit schon eine ziemliche Hausnummer. Natürlich geschieht das Gleiche im Weitwinkelbereich. Der wäre durch mein Altglas nicht mehr abgedeckt, sondern müsste durch mft-Objektive ergänzt werden.

******************************************************************************************** Adaptierung von Objektiven an Fremdbajonetten:
Das Mft-System ist für die Adaptierung von Objektiven anderer Systeme ideal geeignet, weil es so kompakt ist. Entscheidend für die Tauglichkeit der Adaptierung eines Systems auf ein anderes sind die sogenannten Auflagemaße. Das ist die Distanz von der Oberfläche des Sensors bis zur Auflagefläche des Objektives am Bajonett. Im Groben entspricht das der „Tiefe des Kameragehäuses“. Das Auflagemaß des Systems, von dem das Objektiv stammt, sollte merkbar größer sein, als das Auflagemaß des Zielsystems. Ein einfacher Adapter (ohne Durchreichung der elektrischen Anschlüsse) ist eigentlich nur ein Zwischenring, der einem Objektiv mit größerem Auflagemaß mehr Platz verschafft. Und natürlich das korrekte Bajonett zur Verfügung stellt. Die Vorstellung ohne die Automatiken arbeiten zu müssen gruselt viele Leute, dabei ist das halb so wild. Natürlich muss man auf den Autofokus verzichten und per Hand scharf stellen. Aber das ist in Zeiten von Liveview, Fokuslupe und Fokus-Peaking ja sehr einfach geworden. Und es zwingt einen, sich mit dem Motiv auseinanderzusetzen. Die Blendenautomatik funktioniert natürlich nicht mehr, die Zeitautomatik aber sehr wohl! Einfach die Blende am Objektiv vorwählen und den Body die Belichtungszeit dazu steuern lassen. Für Kit-Objektive, die keinen manuellen Blendenring mehr besitzen, gibt es Adapter, die den Blendenring eingebaut haben und die Blende des Objektives mechanisch steuern können. ********************************************************************************************

Nach vielem Abwägen des Für und Wieders habe ich mich also zu guter Letzt für eine mft-Kamera entschieden. Dazu muss ich sagen, daß meine Entscheidung anders ausgefallen wäre, wenn ich mir nicht die 1000,- Euro Grenze gesetzt hätte. Wenn ich ein neues Hauptystem hätte anschaffen wollen, dann würde meine Kamera vielleicht Fujifilm XT-1 heissen. Die haptisch toll gemachten, manuellen Einstellräder sind absolut mein Ding! Und schnell ist die Kamera auch. Aber der absolute Hammer ist der Sucher! Auch so eine Sache, die man so deutlich in keiner Fachzeitschrift liest! Es gibt mittlerweile einige kompakte Systemkameras mit elektronischem Sucher, die durchaus mit guten optischen Suchern von Spiegelreflexen mithalten können. Und Sie bieten zusätzlich den Vorteil, sämtliche Informationen des Displays auch im Sucher zeigen zu können, falls gewünscht und außerdem einen ständigen Liveview zu bieten. Ich sehe exakt das, was ich erhalten werde, wenn ich auslöse. Wie gesagt – gute elektronische Sucher gibt es bereits einige. Aber die XT1 bietet einen Sucher, der sie alle deklassiert! Riesig, strahlend hell, ohne Flimmern, Zittern oder Falschfarben. Ein Unterschied wie zwischen einem guten, soliden Golf und einem Aston Martin. Aber das sagt einem wieder keiner in der Deutlichkeit. Aber das gute Stück kostet mit passablem Kit-Zoom 1500,- Euro. Und ist einen Tick größer und ausladender. Man merkt das APS-C-System… Vielleicht noch ein zusätzliches Wort zu elektronischen Suchern. Meine Meinung. Mag nicht jedem passen. Denn ich denke, es ist endgültig der Zeitpunkt gekommen, an dem elektronische Sucher die optischen ablösen können. Die elektronischen Sucher sind nicht abhängig von der Lichtstärke des Objektives – sie zeigen immer ein gutes, helles Bild. Die oben genannten Vorteile, speziell Liveview sind eigentlich „Totschlag-Argumente“! Riesennachteile für die optischen Sucher! Ein Nachziehen des Sucherbildes, also ein Verschwimmen der Konturen bei Kameraschwenks mag es vereinzelt noch minimal geben, aber warum sollte mich das stören? Niemand ist in der Lage, das Bild während des Mitziehens zu beurteilen. Und 1/100 Sekunde nach der Bewegung steht das Sucherbild wieder wie festgedübelt. Wer das noch moniert, ist ein Erbsenzähler und Ewig-Gestriger, der einfach die „gute alte Technik“ nicht loslassen kann.

******************************************************************************************** Und weil’s gerade so schön ist, würde ich gerne noch weiter ablästern… Nämlich über die größten Verfechter der „alten“ Technik, die Anbieter der Profi-Systeme, Canon und Nikon. Die trägen Riesen der Branche kommen mir vor, wie trotzige kleine Kinder! „Nein, spiegellose Kameras sind nicht professionell, die bauen wir niemals!“ Was für ein lächerlicher Bullshit! Erst hieß es, die Fokussysteme der Spiegellosen könnten niemals die Fokusgeschwindigkeit der Profi-DSLRs erreichen. Jetzt fokussiert eine spiegellose Olympus oder Panasonic für 800 € auf absoluter Augenhöhe mit einer Nikon D4 für 5000,- Euro. Zu der Sucherthematik habe ich mich eben schon geäußert. Die Spiegellosen haben große Gewichts- und Größenvorteile! Aber kompakte Gehäuse lassen halt kein „professionelles“ Handling zu, so hört man aus den Lagern der Boliden… ja meine Güte, dann baut halt ein Riesengehäuse für die Profis! Man kann ja auch ein paar Barren Blei einlegen, um das „professionelle“ Gewicht zu erreichen 😉 Und die Arbeitsgeschwindigkeit? Die ist bereits heute bei den guten spiegellosen Systemkameras auf dem Niveau teurer DSLRs. Wenn das gleiche Geld in die Entwicklung und den Bau einer Spiegellosen investiert würde, wie in eine Profi-DSLR, würde das Ergebnis den Profi-Boliden in jeder Hinsicht in die Tasche stecken. Auch, was die Robustheit, die Flexibilität und die Dauerhaftigkeit der Technik der Spiegellosen angeht gibt es kein Problem, für das Geld, was eine Profi-Siegelreflex kostet, eine vergleichbare oder gar bessere Systemkamera bauen zu können. Canon und Nikon haben viel Geld und Zeit in die Entwicklung ihrer Systeme gesteckt und wollen natürlich so viel und so lange wie möglich Gewinn daraus schöpfen. Sie machen aber den Fehler, zu lange zu warten. Am Ende wird Ihnen das KnowHow und die Erfahrung fehlen, wenn sie weiterhin so träge und blind agieren. Man sieht schon an der ewig spät gekommenen, seltsamen Canon Eos m wie stümperhaft das Thema angegangen wird. Von Nikon sieht oder hört man gar nichts, einmal abgesehen von den 1er Modellen, die auf Grund ihrer 1 Zoll Sensoren und des Gesamtkonzeptes nur Lifestyle-Knipsen sein wollen und zudem preislich in vollkommen anderen Sphären schweben, womit auch immer sie das verdient zu haben meinen. Meiner Meinung nach werden in 3-4 Jahren die Profi-Kameras spiegellos sein. Und es ist sehr spannend abzuwarten, ob dann Nikon oder Canon drauf steht und nicht etwa viel häufiger oder gar ausschließlich Sony oder Olympus oder Panasonic… ********************************************************************************************

Aber zurück aus der Zukunft in die Gegenwart… für mich stand nach viel Leserei und Grübelei fest, das es ein mft-System sein sollte. Abgedichtete Systeme gibt’s da nach meinem Kenntnisstand nur 2: die Panasonic GH4 und die Olympus OMD-E-M5. Letztere ist technisch durch die sehr bauähnliche E-M10 getoppt worden, die leider nicht gedichtet ist. Dafür gibt’s dafür jetzt ein enorm schlankes Zoom-Pancake-Objektiv im Kit. Für mich attraktiver, als das recht groß ausfallende, gedichtete Kit-Objektiv der E-M5. Die GH4 ist fast schon so groß wie eine kompakte Spiegelreflex, so daß sie für mich leider auch nicht in Frage kommt. Sie wäre auch zu teuer. Also muss ich mir die Wasser- und Staubdichtheit wohl abschminken. Ansonsten sind für meine Zwecke sowohl die Olympus E-M10 als auch die Panasonic Lumix DMC GX7 ideal. Beide besitzen eine top Ausstattung mit vielen fast schon professionellen Features. Die Sucher sind beide richtig gut, vielleicht mit leichtem Vorteil auf der Olympus-Seite. Dafür ist der Sucher der GX7 um ca 80 Grad nach oben schwenkbar, was ich sehr angenehm finde. Als Rechts-Äuger taugt mir auch seine linksbündige Position etwas mehr, als die mittige der Olympus, die Fettflecken von der Nase auf dem Display produziert. Die Olympus hat noch mehr Retro-Style als die Panasonic, was ich aber nicht werten möchte. Auf ihre Art gefallen mir beide. Die Pana hat mit einer Verschlusszeit von 1/8000 die kürzere Verschlusszeit zu bieten – bei einem lichtstarken Objektiv im Sonnenschein durchaus relevant. Der wahlweise elektronische Verschluss der Pana macht die Kamera vollkommen lautlos, auch das ist eine angenehme Sache. Nach oben und unten schwenkbare Touchscreens haben sie beide, mit leichten Vorteilen auf Seiten der Pana, deren Menü man ebenfalls per Touch bedienen kann, anders als bei der Oly, die sich auf funktionale Bedienung, wie Setzen des Fokus, Auslösen u.ä. beschränkt. Wie schon erwähnt, haben beide In-Body-Verwacklungsschutz (die Pana als erstes Modell der Marke), weshalb die Nutzung von Objektiven ohne diesen Schutz problemlos ist. Ein dickes Argument für die Nutzung von adaptierten Objektiven. Belichtungsreihen, Belichtungskorrektur, Bulb-Modus, Panoramafunktion sowie diverse Kreativmodi sind selbstverständlich. Beide Kameras haben die Möglichkeit Stop-Motion-Videos aus Einzelfotos zu erstellen und sind mit einem eingebauten Ausklappblitz ausgestattet. Die Olympus besitzt noch einen Modus, der bei Langzeitbelichtungen den fortschreitenden Bildaufbau life zeigt – eine Funktion über deren Nützlichkeit ich mir noch kein Urteil bilden konnte. Alles in allem neige ich etwas mehr zur Panasonic DMC-GX7. Beide Kameras sind aber haptisch klasse (Magnesium-Gehäuse) und hervorragend verarbeitet. Ich würde allerdings nicht das Panasonic-Kit mit dem 14-42mm Motor-Pancake kaufen, sondern nur den Body, um den dann mit dem entsprechenden Motor-Pancake von Olympus zu versehen. Dieses hat einen Zoomring statt eines Hebelchens, wie das Panasonic-Objektiv. Beide sind aber in der „Parkposition“ so klein und schlank, daß es früher überhaupt nicht denkbar gewesen wäre, sie in so einer ernst zu nehmenden Abbildungsqualität zu fertigen. Besonders gute Lichtstärken weisen diese Objektive natürlich nicht auf, aber dafür könnte ich mir die eine oder andere nette Festbrennweite vorstellen…

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11 Gedanken zu „Pixelballett

  1. Lieber Stefan, Respekt und Hochachtung vor der Rechercheleistung hinter diesem Beitrag, und dann ist dieser auch noch so geschrieben, dass jemand, der das Fachchinesisch in den üblichen Tests nicht versteht, hier den Überblick und roten Faden nicht verliert. Ich stehe z.B. manchmal am Ende eines Artikels da mit der großen Frage: und jetzt?
    Einen Tip von mir zur Entscheidungsfindung möchte ich gerne ergänzen: SD Karte einpacken, ins Fachgeschäft und Testfotos machen. Hat bei mir gut funktioniert. Kann man gleichzeitig die verschieden Funktionen und Haptiken und zu Hause dann die Ergebnisse vergleichen.

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  2. Hallo Stefan,

    uff… mir schwirrt der Kopf. Ist es das Wetter oder liegt es daran, dass ich viel um die Ohren habe? Egal… Deinen Post musste ich natürlich gleich angucken.
    Irgendwann mittendrin bin ich dann doch erstmal ausgestiegen. Da dachte ich an meine Recherchen, welcher Body denn die D90 ablösen solle. Die Informationstiefe, in die eindringen kann ist mittlerweile schon enorm… Ich glaube davon schwirrt mir nun auch der Kopf.
    Letztendlich verlasse ich mich dann gerne auch auf mein Bauchgefühl, wenn ich die Kamera in der Hand habe. Für mich macht es dann ganz stark auch die Haptik.
    Und die Details, die mir jetzt vom Artikel fehlen, erzählst Du mir sicher beim nächsten Espresso
    🙂

    Liebe Grüße

    Martin

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    • Mhm – warum Dir im Moment der Kopf schwirrt, meine ich zu wissen! 😉
      Wirklich schade, daß es an den letzten beiden Wochenenden nicht geklappt hat, aber es war mit Sicherheit besser so… Anna und ich sind noch immer nicht wieder ganz fit. Ich freue mich drauf, daß demnächst wieder alles in etwas geregelten Bahnen laufen wird. Halt die Ohren steif! Beste Grüße von Stefan 🙂

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  3. Wow, klasse Text, Du steckst ja ganz schön tief in der Marterie.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, peilst Du jetzt eine GH4 an, obwohl die doch auch 1500 kostet und Du die XT1 wegen den 1500 Euro ausgeschlossen hattest? Oder habe ich was falsch verstanden? Bin gespannt, womit Du demnächst fotografieren wirt und vor allem, wie die Bilder dann aussehen.
    Bin selber auch schon seit einer ganzen Weile am überlegen, welche Kamera ich mir kaufen soll. Und die EOS M stand ne weile recht weit oben auf der Liste, die Du hier aber ziemlich hart abfertigst.
    Naja, mal sehen. Ein Händler beriet mich jetzt die 6D zu kaufen, wenn sie gebraucht zu haben ist…

    Liebe Grüße
    ulli

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    • Danke Ulli! Nee, eine GH4 kommt nicht in Frage, die ist mir zu teuer und auch zu filmlastig – das brauch‘ ich nicht. Ich steh‘ auff Stills.
      Vielleicht habe ich das komisch formuliert…muss ich noch mal lesen. Nein – ich peile eine Pana GX7 an!
      Die Eos m1 war ja autofocus-technisch ein Trauerspiel und auch sonst irgenwie schräg. Und die m2 gibt’s offiziell in Europa gar nicht, die müsste man über ebay in Japan kaufen. Und erhält trotzdem noch eine Kamera mit festem Display und ohne Sucher. Wie schnell der überarbeitete Autofocus dann wirklich ist – ich habe da so meine Zweifel. Und Objektive gibt es wieviel? Immer noch ganze 2? Du willst doch nicht allen Ernstes DSLR-Objektive an das Teil adaptieren!
      Vielleicht wenn eine komplett neue, revolutionäre eos m3 käme, wie die Rumors behaupten. Und ein paar neue Objektive dazu…
      Und eine D6…na ja…Kleinbildformat und bestimmt eine top Fotoqualität. Aber das Teil ist ein Trumm! Und hat leider nur 11 Autofocus-Sensoren und davon nur einen (!!!!) einzigen, mittigen Kreuzsensor in klassischer Phasenfokus-Technik. Das ist mittlere Steinzeit! Damit bewegte Motive fotografieren zu wollen, kann man vergessen! Aber: Alles eine Frage der Perspektive.
      Aus meiner Perspektive ist es von Canon leider gewollt und nicht gekonnt. Denen brechen die Absatzzahlen in Europa und den USA ein und sie versuchen die Kunden mit einem „preiswerten“ Aufstieg ins Kleinbild-Segment zu ködern. Um aber die Profi-Systeme nicht zu kanibalisieren, wird die Ausstattung in wichtigen Dingen brutal zusammengestrichen.
      Was soll ein armer Canon-Händler schon machen? Ist doch klar, daß der Dich in Richtung dessen berät, was er hat.
      Mein Rat: Wenn Du bei Canon bleiben willst und warten kannst, dann warte. Die werden sich bewegen müssen. Die Branche fängt ja schon langsam an zu lachen – das kann die nicht kalt lassen. Bei Nikon ist das nicht anders.
      Beste Grüße von Stefan
      *Edit*: Mea culpa! Immerhin gibt’s jetzt 4 Objektive für die m… 😉

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      • Stimmt, GH4 hast Du ja auch eindeutig ausgeschlossen, da hatte ich dann am Schluss die Kürzel durcheinander gebracht und den falschen Preis gegoogelt.

        Dass Du mit der M recht hast, verstehe ich, die war halt so ne Schnapsidee. Und zwar auch weil ich da Objektive adaptieren kann. Aber die Gründe, die M mal wieder ganz schnell zu vergessen, überwiegen.

        Und zur 6D: Warten müsste ich eh und mit dem Fokus macht Du mich auf einen ziemlich wichtigen Punkt aufmerksam. Bei Canon bleiben ist halt objektivbedingt notwendig.

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  4. Spannend. Da muss ich doch kurz Pause in der Pause machen.
    Ich liebäugle derzeit auch etwas mit dem VF, also Kleinbild, aber diese Boliden in Größe und Preis schrecken ab. Freistellung und ISO sind in meinen Augen manches Mal überbewertet, zumindest für meinen Hobbyanspruch (ich habe wenige Großformatfotos zu Hause hängen, genuaer gesagt: 0 (Null)).
    Als Ergebnis hab ich mir jetzt zusätzlich eine MX-1 von Pentax gegönnt (1/1.7″ mit 4x Zoom 28-112), als Ausstellungsstück sehr reduziert (Grund 1), schöne Kamera, wenns mal halbwegs kompakt sein soll (Grund 2), und meiner DSLR in der Menüführung einfach ähnlich (Grund 3). Letzten Endes für mich vielleicht der Vorgriff auf die Entscheidung bei meinem System zu bleiben. Zwei Pancakes für die DSLR hab ich bereits (40+70), das 21er und ein 15er warten noch auf mich. Ein kompaktes System ist nicht hoch genug zu bewerten, auch wenn die Olys und Kollegen natürlcih noch kompakter sind.
    Du hast sicher schon alles, wirklich alles gelesen, so detailliert wie du schreibst, mir ist neulich aber mal das in die Hände gefallen, bzw. auf dem Screen erschienen, das passt phasenweise auch über die Systeme hinaus (kennst du sicher auch…):
    http://www.bilderwerft.com/vollformat-oder-systemkamera-die-olympus-om-d-em1/
    In diesem Sinne, Hauptsache es geht weiter!

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    • Moin! 🙂
      Vorausgeschickt: Nein, den von Dir verlinkten Artikel kannte ich noch nicht, auch wenn ich wirklich sehr viel gelesen habe… Aber darin geht’s ja auch im Wesentlichen um die OMD-E-M1, die schon deutlich größer ist, als alles von mir angepeilte. Deswegen ist der Artikel wohl durch mein Suchraster gefallen…
      Deine Pentax K5 ist ja auch vergleichsweise zierlich – ähnlich wie meine Sony Alpha 580. Für letztere gibt’s allerdings keine so smarten Pancakes, wie für Deine K5. Die Objektivvauswahl bei Pentax ist schon ein dicker Pluspunkt.
      Die Kompaktheit der kleinen Olys und der Pana GX7 ist schon wirklich der Wahnsinn! Erst hatte ich Bedenken, daß sie zu klein sein könnten, um sie gut bedienen zu können. Auch Dank der ausgeprägten Griffwülste ist das jedoch nicht der Fall – man ist sehr schnell familiär mit den edlen Zwergen.
      Was Freistellung und ISO angeht bin ich weitgehend Deiner Meinung – eine gute DLSR mit APS-C kann das auch gut genug. Allerdings liefern die Vollformate schon noch einmal ein schwer zu fassendes Mehr an Bildqualität. Ich habe gerade vor ein paar Tagen wieder einige Porträts aus einer Kleinbild-DSLR gesehen…die Art, wie die Schärfeebene fast dreidimensional herausgestellt und der Unschärfeverlauf ganz weich dargestellt wird, ist schon besonders und mit dem kleineren Chip nicht machbar. Aber es ist wirklich fraglich, ob ich als Privatmann unbedingt immer auch hochprofessionelle Qualität abliefern muss. Das sehen die allermeisten Menschen nur im direkten Vergleich.
      Ich habe schon recht viele Fotos grossformatig drucken lassen – sogar schon einmal DIN A0 – und die Wirkung war immer ausreichend begeisternd.
      Ich freue mich jedenfalls, mich mit Dir darüber austauschen zu können. Ich schätze Deine Fotos und Deinen Stil sehr – ein weiterer Beweis, daß eine gewisse Güte des Systems zwar sinnvoll und vorteilhaft ist, aber die Seele der Fotos letztlich vom Fotografen kommt. In diesem Sinne: viel Spaß mit der MX – Deinem neuen, hochwertigen Spielzeug! 🙂

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      • Danke dir. Das Lob geb ich gerne zurück, sieht man doch, gerade auch in deinem Blog, dass die Kreativität und der Spass an der ganzen Sache schon mehr als die halbe Miete ist.
        Ich kenne glücklicherweise kaum einen mit Vollformat, sonst wäre es noch schwieriger. Aber gerade bei deinen Portraits, die du jüngst mal hattest, wird VF wieder interessant. Ich hab ja ein 30er/1.4, und da muss man höllisch aufpassen, dass die Schärfeebene sitzt, das ist dann an den großen Bodies vermutlich Alltag.
        Meine Makro-Geschichten, da spielt es nicht so eine Rolle, da ist leichter und kleiner eher hilfreich.
        Ich hab die jüngsten Nikons ein wenig verfolgt. die werfen mit VF ja gerade so um sich, da sinkt dann der Gebrauchtpreis, aber vernünftige Linsen hab ich dann noch nicht…
        Andererseits, bei unseren Städtetouren in den letzten Jahren, da ist kompakt echt Gold wert.
        Noch ein Wort zu meiner Pentax: das Objektivangebot ist i.O., aber kein Vergleich zu den beiden großen. Leider fertigen die Dritthersteller immer weniger, sodass man da auch nur Zuschauer bleibt. Andererseits hab ich fast alles was ich brauch, ein gutes 300er oder ein 70–200/2.8 fehlt mir noch. Da wirds dann aber eben auch teuer. Naja schaun wir mal, in welche Richtung sich das noch entwickelt…

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      • Ja – das Problemchen mit einer sehr flachen Schärfeebene habe ich mit meinen lichtstarken Objektiven auch schon. Mit VF wird das dann richtig tricky. Ein Segen, wie auch ein Nachteil, je nachdem von welcher Seite man sich nähert. Hauptsache, man macht kein Dogma draus… Ich hätte Spaß an VF und MFT nebeneinander. Gleichberechtigt. Aber alles auf einnmal geht halt nicht… 😉

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