Objektiv-, bzw. Kamera-Test mit der Panasonic DMC GX7

Hier folgt ein Beitrag, der vermutlich nur für technisch Interessierte so richtig spannend sein dürfte, alle Anderen mögen vielleicht die Zusammenfassung mitnehmen, daß moderne Micro Four Third Kameras (die es von Panasonic oder Olympus gibt) einer gehobenen Amateur-Spiegelreflex bezüglich der Bildqualität kaum mehr nachstehen. Nachdem ich nun die Panasonic DMC GX7 mein Eigen nenne und mir auch einen Adapter für meine Sony-Objektive, sowie ein gebrauchtes, lichtstarkes, analoges Olympus OM-Objektiv gekauft habe, wollte ich natürlich wissen, wie es um die Qualität der Kombinationen bestellt ist.

Ich habe daher in der folgenden Montage 4 Fotos gegenübergestellt, die wie folgt erstellt worden sind (alle mit ca.100 mm umgerechneter Brennweite, alle handfokussiert):

Vergleich1) Das erste Foto ist mit meiner Sony Alpha 580 und dem hochwertigen Tamron 1:2,8, 70-200 mm als Referenzfoto entstanden.

2) Das zweite Foto entstand mit dem selben Objektiv, daß an der Panasonic GX7 adaptiert wurde.

3) Foto Nr. 3 stammt von der Pana GX7 mit einem adaptierten Olympus OM-Objektiv, 50 mm, 1:1,8

4) Foto Nr.4 stammt aus der Pana GX7 und dem zugehörigen Kit-Objektiv 14-42 mm, 1:3,5 – 1:-5,6

Man muss schon sehr genau hinsehen, um tatsächlich Unterschiede zu erkennen. Alle 4 Fotos wurden „per Augenmaß“ aus RAW-Fotos entwickelt, um die Belichtungsunterschiede kompensieren zu können. Bis auf die Belichtung und Tiefen wurden keine Anpassungen vorgenommen.

Im Nachhinein ist gut zu sehen, daß mein Motiv nicht wirklich geeignet war. Die Qualität aller Fotos ist so gut, daß die Druckauflösung auf dem Buchcover deutlich überstiegen wird. Dennoch ist deutlich zu sehen, daß die Sony mit dem Tamron-Objektiv (Foto 1) die qualitative Spitze markiert. An der Auflösung der Bildsensoren liegt dies übrigens nicht, denn beide Sensoren lösen mit gut 16 MegaPixeln auf. Es kann im Übrigen sein, daß ich beim Sony-Foto etwas Schärfe „verschenkt“ habe, denn das manuelle Scharfstellen ist trotz Lupenfunktion nicht so einfach, wie mit der Panasonic. Letztere besitzt eine Anhebung der Kanten in der Schärfeebene – ein sogenanntes Focus Peaking – was das Scharfstellen zusammen mit der Lupenfunktion enorm präzisiert.

Das Foto Nummer 2 ist das qualitativ nächstbeste. Ein deutlicher Hinweis darauf, daß selbst das adaptierte Tamron-Objektiv noch seine Stärken ausspielen konnte. Im Gegensatz zum alten Olympus OM-Objektiv aus Foto Nr. 3, wurde das Tamron für moderne, hochauflösende digitale Bildsensoren gerechnet, während das 50mm OM-Objektiv aus der analogen Fotografie stammt. Dennoch sieht man, wie qualitativ hochwertig das Olympus OM-Objektiv schon damals war, denn es gibt sich an der Panasonic kaum Blößen. Erstaunlicher Weise zeigt das Foto deutliches Farbrauschen. Ich bin allerdings nicht sicher, ob dies nicht vielleicht dem preiswerten China-Adapter zuzuschreiben ist. Der kam zusammen mit dem gebrauchten Objektiv und ich werde ihn bei Gelegenheit durch ein qualitativ vertrauenswürdigeren ersetzen. Schon sehr geringe Abweichungen (Zehntel-Millimeter) in der Dicke/Länge des rein mechanischen Adapters können zu Störeffekten führen.

Foto Nummer 4, erstellt mit dem preiswerten Kit-Objektiv, zeigt, daß selbiges gar nicht so übel ist. Mal abgesehen von der nicht überragenden Lichtstärke, kommt es zwar bezüglich der Schärfe nicht an das Tamron heran, aber schlägt sich noch ganz wacker. Man sollte auch bedenken, daß dieses Objektiv nur ein Zwanzigstel des Gewichtes und des Volumens des fetten Tamron-Objektives besitzt, also perfekt an die zierliche Panasonic GX7 passt. Wenn das große Tamron an der Panasonic-Kamera adaptiert ist, sieht das schon recht seltsam aus und ist ein klarer Fall für die Montage auf einem Stativ. Bei Gelegenheit (klarem Wetter) werde ich mit der Kombination noch einmal ein Foto vom Mond schießen. Durch den Crop-Faktor von 2 der Panasonic-Kamera wirkt das 200 mm Tamron wie ein 400 mm Objektiv an einer Vollformatkamera. Das, gepaart mit der ausgezeichneten Schärfe, ist schon ein Pfund, mit dem man wuchern kann!

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4 Gedanken zu „Objektiv-, bzw. Kamera-Test mit der Panasonic DMC GX7

  1. Sehr schön. Man muss echt zugeben, dass die Unterschiede recht geringfügig sind, zumindest in dieser Auflösung. Und meist braucht man nicht viel mehr. Und nur wenn man die Unterschiede kennt, sieht man sie auch, das ist ja immer das Problem. Die Qualität ist eben so gut, dass man als Außenstehender den Unterschied nicht erkennt. Ich verwende im Alltag auch noch häufig das Kit, sicherlich nicht sehr gut, aber immer noch ausreichend, gerade auch mit Nachbearbeitung.
    Ich hatte mein neues Spielzeug, die MX 1 mit dem 1/1,7″ Sensor jetzt schon ausgiebig getestet, und die Ergebnisse überzeugen auch (bei normalen Verhältnissen).
    Falls es dir die Zeit erlaubt (und die Lust) würde mich persönlich noch das Freistellungsverhalten interessieren.
    Gerade da werden die VF ja immer gelobt, aber ein Portrait, bei dem die Augen scharf sind und die Wimpern nicht mehr, na ich weiß nicht, ob das meiner Realität entspricht. Aktuell kostet mich das Fotografieren nur, Einnahmen = Null. Und das wird eben auch so bleiben.
    Guten Rutsch einstweilen.
    🙂

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    • Man muss natürlich bedenken, daß mein Vergleichsbild nachträglich heruntergerechnet ist. Photoshop macht das gut, so das der Abstand der Qualitäten sichtbar bleibt, aber die wahre Aufösung ist natürlich deutlich höher. Hätte ich vielleicht noch deutlich dazu schreiben sollen. In voller Auflösung hätte ich die notwendigen Ladezeiten niemandem zumuten wollen. Viele greifen ja auch mit einem mobilen Gerät auf den blog zu.
      Bezüglich des Freistellungsverhaltens habe ich noch keine Erfahrungen mit dem mft System, aber so bald ich etwas belastbares herausgefunden habe, bekommst Du Infos von mir. 🙂
      Ich vermute, daß die merkbar größere Fläche des APS-C Sensors sichtbar werden wird, aber ich bin auch wirklich gespannt, wie gut sich der kleinere Chip schlagen wird.
      Mir persönlich ist das Freistellungsverhalten aber nicht sooo wichtig – dafür habe ich ja die Spiegelreflex. Und starke Freistellung kann ja auch zur Belastung werde, ganz wie Du schreibst. Bei einem Portrait erwarte ich, daß die Gesichtsfront inkl. Nase weitgehend scharf ist, auch wenn die Augen das Wichtigste sind. Ein VF mit superlichtstarkem „Zickenobjektiv“ will ich gar nicht haben…
      Aber ich freue mich wirklich darauf, die Pana auf Grund der Kompaktheit viel öfter „am Mann tragen“ zu können. Das Teil passt zwar nicht in die Hoentasche, aber sehr wohl in die Jackentasche.
      Wir sehen uns! 🙂

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