Von Zwergen regiert

In der vergangenen Woche verkündete der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer in einem Leitantrags-Entwurf für den Parteitag der CSU:

„Wer hier dauerhaft leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie Deutsch zu sprechen.“

langer Schatten…“Wenn die Sonne der Intelligenz tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten!“

 

 

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Es gibt wieder frische Wurst

So warmherzig die Franzosen auch sein mögen – bezüglich ihres Essens verstehen sie keinen Spaß!

Für diejenigen, die der französischen Sprache eher skeptisch gegenüber stehen, hier die Übersetzung: „Marie Chantal hat das Schwein geschlachtet!“

Ich kann Euch versichern, daß die luftgetrockneten Wurstspezialitäten der Auvergne sehr lecker sind, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich wissen möchte, wer die Leckereien verarbeitet hat und wie es geschah…

Marie Chantal jedenfalls, werde ich vorsichtshalber aus dem Weg gehen, sollte ich ihrer ansichtig werden.

Rückenwind

Heute möchte ich Denjenigen von Euch Alex vorstellen, die sie noch nicht kennen. Alex ist eine griechische Fotografin, die gerne vollständig ins Profilager wechseln möchte. Das ist aber alles andere als einfach, wenn man in Griechenland lebt – in einem Land, in dem momentan einem Großteil der Bevölkerung das Wasser bis zum Hals steht. Alex hat also beschlossen, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und nach Österreich zu emigrieren. Das ist mutig. Statt sich Ihrem Schicksal zu ergeben, wie es so viele ihrer Landsleute tun, hat sie einen Plan gemacht, Ihr Leben woanders auf die Schiene zu bekommen. Mangels Geld, selbst für das Flugticket und den Umzug, hat sie ein Crowdfunding-Projekt ins Leben gerufen, im Rahmen dessen sie ihre Fotografien vermarktet. Ich habe mich beteiligt, weil ich denke, daß es hoch anerkennenswert ist, in einer solch ausweglosen Situation diese Energie und dieses positive Denken an den Tag zu legen. Ich wünsche Alex von ganzem Herzen, daß sie Erfolg hat und die Möglichkeit sich ihren Wunsch zu erfüllen, mit ihrer Fotografie ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ich bin nicht sicher, ob sie sich überhaupt klar ist, wie schwierig es auch hier in Deutschland oder Österreich ist, mit Fotografie sein Geld zu verdienen. Aber wenn es jemand schafft, dann jemand mit so viel Energie und Enthusiasmus. Bitte schiebt Alex‘ Vorhaben mit an, wenn Ihr mögt!

http://vlightphotography.com/

 

2 Welten

Fast täglich komme ich an diesen beiden Fahrzeugen in einer Tiefgarage vorbei. Häufig stehen sie direkt nebeneinander. Der Dodge ist fast doppelt so hoch und so breit wie der Yugo. Unterschiedlicher könnten sie kaum sein. Ich weiß nicht genau warum ich ausgerechnet diese Assoziation habe, aber irgendwie repräsentieren sie für mich die 1te und die 3te Welt:

Apokalypse contra Kultur

Kürzlich hatte Texte und Bilder ein Blogstöckchen in die Welt gesetzt, daß – zumindest bei den Bibliophilen unter den Bloggern – eine entsetzte bis entgeisterte Welle hilfsbereiter Teilnehmerschaft auslöste. Ich konnte auch keinesfalls Nein sagen, als Anna von Buchpost mich fragte, ob ich nicht noch Platz für den Herrn der Ringe hätte!
Was war denn nun geschehen? Tobias von Texte und Bilder hatte die Frage gestellt, welche 3 (!) Bücher man mitnehmen und retten wolle, wenn man die Chance hätte, der hereinbrechenen Apokalypse zu entgehen. Meine erste, spontane Reaktion war wohl die erwartete: Nach basedow‘scher Art hervorquellende Augen, spontaner Schweissausbruch und Entsetzen! Wie soll man sich da je entscheiden? Wahnsinn!
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Doch dann meldete sich der Ingenieur, Praktiker und Realist in mir zu Wort…
Wen, zur Hölle, interessieren Bücher, wenn einem demnächst der Achtersteven geröstet wird!? Was ist das überhaupt für eine irre, hypothetische Fragestellung? Liegt die Limitierung im Platz, den ich zur Verfügung habe? Habe ich also nur einen kleinen Rucksack, in dem ich zu rettende Gegenstände verstauen könnte? Dann würde ich Antibiotika, ein Feuerzeug, ein Multitool, ein zweites Paar Schuhe, ein stabiles, leichtes Seil, eine regendichte Plane, eine Ersatzbrille und ein Beil einpacken! Wenn ich überhaupt an Bücher denken würde, dann am ehesten an ein Survival-Standardwerk. Wer würde denn während oder nach einer Katastrophe überleben? Der vergeistigte Büchermensch der seinen Blick für die Realitäten verschliesst und sich in Brecht versenkt, oder der Realist und Tatmensch mit Grundkenntnissen in Überlebenstechnik, Mechanik, landwirtschaftlichem Anbau, einfacher Chemie und Metallurgie?
Bevor mir jetzt jemand vorwirft, ich würde eine Mischung aus McGyver und Rambo als idealen Überlebenstypus verherrlichen (was keinesfalls meine Absicht war), weise ich lieber darauf hin, daß uns das sowieso alles vollkommen egal wäre, wenn unser soziales Geflecht auf einen Schlag verdampfte! Was nützte mir schon der Überlebensrucksack oder der Herr der Ringe, wenn meine Familie und meine Freunde nicht auch gerettet würden? Mein Überlebenswille wäre gleich Null und ich würde mich bestimmt nicht hinsetzen und getröstet die Gebrüder Karamasov lesen.
Ich muss also leider sagen, daß ich die Idee zwar als auf dubiose Weise spannend und herausfordernd empfinde, aber auch als absolut konstruiert und irgendwie seltsam.
Wenn ich jedoch z.B. als Gefangener die Möglichkeit hätte, drei Bücher mitzunehmen, so befände ich mich sicherlich mit dem Herrn der Ringe in exzellenter Gesellschaft. Ich nähme ihn gerne mit. Er würde mir helfen, in fremde Welten zu fliehen. Ein tolles Reisebuch würde in mir Erinnerungen wecken und die Gedanken schweifen oder mich von fremden, unbekannten Ländern träumen lassen. Ich nehme deshalb „Das Morgenland ist weit“ von Oss Kröher mit. Und Nr. 3? Ich dachte kurz an „die Entdeckung des Himmels“ von Harry Mulisch. Aber ich habe so das Gefühl, niemand sonst würde einen Science Fiction mitnehmen. Deshalb mogele ich hemmungslos (wegen der 4 dicken Bände), schnappe ich mir „Otherland“ von Tad Williams und vervollständige das Trio.
Ach ja… den viralen Aspekt der Blogstöckchen möchte ich nicht unterstützen. Wer mag, möge es doch klonen und mitnehmen, während es hier bei mir gemütlich in der Dockingstation liegt. Es gäbe noch so unendlich viele Bücher, deren Nominierung sich lohnen würde! Wie gut, daß es digitale Reader gibt – da passen locker 1000 Bücher drauf. Natürlich geht dabei die schöne Haptik verloren, aber mal ehrlich…wenn ich die Wahl hätte 3 Bücher im Original mitzunehmen, wohin auch immer, oder 1000 in der digitalen Version, dann entschiede ich mich für die Legion und hätte lange Spaß.

Bei uns dahoam? Flüchtlinge in Bayern

Hier bei uns in Wolfratshausen sind mitterweile auch einige Flüchtlinge untergebracht und dank der Hilfe einiger sehr engagierter Menschen geht es denen wohl vergleichweise gut, aber wenn man sich diesen Fernsehbeitrag anschaut, kann man eigentlich nur betroffen sein. Ich habe als Gast im Ausland immer sehr viel Freundlichkeit und Gastfreundschaft erfahren. Es ist wohl höchste Zeit das zurückzugeben.

Asylhelferkreis Wolfratshausen

Am Montag Abend lief eine Reportage im Bayerischen Fernsehen in der Reihe „Bei uns dahoam?“ zu Flüchtlingen in Bayern. Darin sieht man unter anderem (neben dem Wolfratshauser Bahnhof) einen Hof in Peretshofen, wo Asylbewerber aufgenommen werden und wie das Dorf unterstützt.
Die Reportage kann man in der BR – Mediathek anschauen.

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