Reiseliteratur (Teil 3/8): „Der Strom, der bergauf fliesst“

Der amerikanische Neurobiologe William H. Calvin ist scheinbar innerhalb seiner Zunft ein umstrittener Mann. Aber er ist ohne Zweifel auch ein kreativer Denker, der sich nicht scheut, Unpopuläres auszusprechen und quer zu denken.

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Wer jetzt meint – „Holla, was für eine Bleiwüste will er uns denn jetzt unterjubeln?! Neurobiologie ist schwere Kost und zur Reiseliteratur gehört sie schon gar nicht!“ – der möge sich bitte noch ein Weilchen gedulden…
Calvin hat nämlich ein sehr vielschichtiges Buch geschrieben, dessen Storyline sich entlang einer Flussfahrt auf dem Colorado entwickelt. Der Autor befährt den Fluss auf einer dreiwöchigen, geführten Tour von Lee’s Ferry (Navajo Bridge) aus und zwar in speziellen, wildwassertauglichen Holzbooten, wie sie seit Jahrhunderten in Gebrauch sind und nicht etwa mit Hilfe unsinkbarer Rafts. Er selbst und seine Leser vollziehen nach, wie hart und lebensgefährlich so eine Flussfahrt für die Menschen zur Zeit der Besiedelung Nordamerikas durch die Europäer gewesen sein muss. Da sich der Colorado tief in die Landschaft einschneidet, ist man auf dem Fluss weit von jeglicher Zivilisation entfernt. Calvin beschreibt sehr lebendig, wie er und seine Mitreisenden die Natur erleben und wie stark der Mensch doch auch hier schon eingegriffen hat. Das beste Beispiel ist der Hoover-Damm, oberhalb ihres Einstiegspunktes in den Fluss. Der Damm lässt nur eine kontrollierte Menge Wassers in den Colorado, so daß er im Grunde nur noch ein Schatten seiner selbst ist.
Unterhalb dieser „Aufhängerstorie“ läuft die chronologische geologische Entstehungsgeschichte des Flusses und der Landschaft ab. Dadurch, daß sich der Fluss über Jahrmillionen in das Gestein gegraben hat, liegen die Schichten offen vor den Flussfahrern und Calvin macht daran Geschichten fest. Erzählt von den Ureinwohnern Amerikas, der Entstehung der Menschheit an sich und davon, warum wir so sind, wie wir sind. Wie unser Hirn funktioniert und wie es unsere Verhaltensweisen steuert.
Calvin stellt komplexe Sachlagen sehr anschaulich dar und verdeutlicht an Beispielen, wie die Wissenschaft heute das menschliche Denken sieht.
Es mag sein, daß ich als Ingenieuer und eher wissenschaftlich denkender Mensch einen guten Draht zu der „Denke“ habe, die auch Calvin antreibt, aber ich habe selten ein anderes Buch in der Hand gehabt, daß es so anschaulich verstand, wissenschaftliche Erläuterungen in Alltagssprache zu verpacken und so eine Fülle interessanter Fakten mit so einer charmanten Leichtigkeit zu vermitteln. Calvin nutzt als Stilmittel, um diese Informationen zu vermitteln, Lagerfeuergespräche mit seinen Mitreisenden und während der Leser in Gedanken mitplaudert, stellt er plötzlich fest, daß er schon wieder eine wirklich einleuchtende Theorie zur Entwicklung des Menschen gelernt hat.
Leichte Kost ist dieses Buch nicht, aber ich habe es in größerem Abstand zwei Mal gelesen und ich habe jeweils jede Zeile genossen. Das ist ein Buch, daß es wert ist, in einer privaten Bibliothek zu stehen.

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flower power

 

Es musste dringend einmal etwas den ewigen Krokus-Fotos entgegengesetzt werden, so sehr ich die kleinen Frühjahrsboten selbst auch liebe! Da kam es mir wie gerufen, daß unser kleiner Mohn die Köpfchen herausstreckte und die nachbarlichen Ranunkeln munkeln:
Ich hoffe, die Farben bringen Lächeln in Eure Gesichter und Frühling in die Herzen!
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20 Antworten, auf Fragen, die niemand stellt.

Dieses spannende Blog-Stöckchen habe ich auf einer Parkbank bei Heike von Landglück gefunden. Nachdem ich es eine ganze Weile mit mir herumgetragen habe, findet Ihr das Ergebnis hier im Anschluss und das Stöckchen auf einer Bank zwischen den Feldern hier in der Nähe bei Neufahrn. Nehmt es gerne mit, wenn Ihr möchtet, aber vergesst nicht, vorher die tolle Aussicht auf die Alpen zu genießen.

Ganz so, wie es auch Heike gehandhabt hat, dürft Ihr Euch die Fragen zu meinen Antworten selbst ausmalen:

1) Ich wüßte zu gerne, wie andere Menschen mich sehen. Weiterlesen

take off

Ich hatte schon länger diesen eleganten edelstahlblechernen Schornsteinabschluss bewundert und nur noch auf einen passenden abendlichen Himmel als Hintergrund gewartet. Eine HDR-Bearbeitung rundet das Schauspiel ab:

Während des Fotografierens fiel mir noch der Nachbar auf…

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Junges Glück

Viele junge Päarchen möchten eine Familie gründen. Für manche liegt ein Schritt dahin auch in der Anschaffung einer Immobilie. Aber wie soll das gehen? Die Lebenshaltungskosten – gerade in Bayern – steigen ständig und die Preise für Wohneigentum gehen selbst auf dem Land durch die Decke. Doppel-„Normalverdiener“ müssen heute schon überlegen, ob sie sich überhaupt ein Kind leisten können, oder ob es bei einem Meerschweinchen bleiben muss. Aber jetzt gibt es eine Lösung! Die Kompaktvilla „Toskana“ kann im Münchener Süden gerade im Sonderangebot erworben werden:

TeletubbiehausEine helle Räumlichkeit, mit Platz für Familien mit bis zu 4 Personen, 1KüBadWoSchlazi. Für Familien mit häufigem Besuch kann an der Außenfassade eine gemütliche 2-Personen-Schlafkoje angebracht werden. Der Platz der großzügigen 0,75 qm Badezimmer-Dusch-Toilette kann in der Wohnfläche frei gewählt werden. Für die Aussenfassade kann zwischen 69 verschiedenen, modischen Rot- oder Magentatönen gewählt werden, denn der Anbieter schreibt Individualisierung groß. Die Innenwände werden einbrennlackiert in der RAL-Farbe Ihrer Wahl! Und der Clou: Das Haus kann jederzeit auf die Bahn oder ein Containerschiff verladen werden. Urlaub in den eigenen 4 Wänden in Brasilien oder auf Kalimantan? Das ist kein Wunschtraum mehr, sondern machbar! Und ein doppelt verdienendes Ehepaar mit einem Kind und einem Bonus-Hamster kann bereits nach 30 Jahren schuldenfrei sein!

Klein, aber oho!

Als ich kürzlich mal wieder bei meiner Freundin, der Jahreszeiten-Linde vorbeigeschaut habe, um ihr unter den Rock zu sehen (Sie weigert sich beharrlich, herbstliche Farben anzunehmen), begegnete mir auch ein kleiner Artgenosse von ihr. Der nötigte mir gehörigen Respekt ab. So wie dieses Bäumchen zu existieren, hieße für einen Menschen beispielsweise in der Wüste sein Überleben zu sichern, oder unter ähnlich widrigen Umständen. Der kühne Sprößling steht mitten auf einem Pfahl.

 

blue nights

Pixelmacher Martin’s und meine „Nacht der Lichtmalerei“ am letzten Sonntag war auch die „Nacht der blauen Architektur“, denn viele der Münchener Bürogebäude sind nachts blau illuminiert. Das sieht geheimnisvoll und edel aus und der Triggerfinger wandert fast automatisch zum Auslöser:

Go-Yellow-Gebäude an der Donnersberger Brücke

Es versteht sich fast von selbst, daß sich bei so einem Motiv der fotografische Spieltrieb Bahn bricht…
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vor dem Schlaf

Einmal mehr hatte ich nur das Handy als Kamera dabei. Aber der Gegensatz von Leuchtkraft und welker Natur war so eindrucksvoll, daß ich beschloss, die Fotos würden dennoch wirken.

Wie hätte das erst geleuchtet, wenn die Sonne geschienen hätte!
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